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Das wichtigste Mineral für die Zinkgewinnung ist die sogenannte Zinkblende (ZnS). Das bedeutet, dass außer Zink im Konzentrat noch ca. 20% Schwefel enthalten sind. Außerdem bringen Zinkkonzentrate immer Eisen, Blei und Silber in unterschiedlichen Anteilen mit, weil diese Elemente in den Erzen oft gemeinsam vorkommen. Die Kunst ist nun eigentlich nicht die Gewinnung des Zinks, sondern die Abtrennung der Begleitelemente derart, dass sie als Nebenprodukte genutzt werden können. Zunächst wird das Konzentrat auf über 900°C erhitzt, so dass ZnS zu ZnO reagiert – der Fachmann spricht von einer Röstung. Gleichzeitig verbindet sich der Schwefel mit Sauerstoff zu gasförmigem Schwefeldioxid (SO2). In speziellen Anlagen wird aus dem Schwefeldioxid Schwefelsäure gewonnen – ein wichtiges Nebenprodukt der Zinkgewinnung. Schwefelsäure benötigt man z.B. zur Herstellung von Düngemitteln.

Nach dem Verfahren der so genannten hydrometallurgischen Zinkgewinnung wird der Zinkinhalt des gerösteten Konzentrats in Schwefelsäure gelöst. Zurück bleiben Eisen, Blei und Silber. Diese ungelösten Bestandteile können an andere Betriebe abgegeben werden, in denen Blei und Silber als Produkte gewonnen werden. Das in Säure gelöste Zink wird über Rohrleitungen in die Elektrolyse geleitet, in der sich metallisches Zink aufgrund seiner elektrischen Eigenschaften in hoher Reinheit auf Blechen abscheidet.
Über 90% der weltweit erzeugten Zinkmenge wird heute hydrometallurgisch gewonnen.
Ein spezielles Verfahren – das Imperial Smelting Verfahren – erlaubt es, aus dem Röstgut in einem einzigen Verfahrensschritt metallisches Zink und Blei zu gewinnen. In einem schachtförmigen Ofen wird das Röstgut unter Zusatz von Kohle aufgeschmolzen. Die Temperaturen im Ofeninneren reichen von ca. 1000°C im Bereich der Materialaufgabe bis zu ca. 2000°C in der heißesten Zone. Flüssiges Blei läuft aus der Öffnung am unteren Ende des Ofens ab während Zink, das bei dieser Temperatur dampfförmig ist, den Ofen durch die Öffnung am oberen Ende verläßt und dort aufgefangen wird. In diesem Verfahren wird das Eisen im Nebenprodukt Schlacke gewonnen, die z.B. zu Straßenbauarbeiten eingesetzt werden kann.