Ein entscheidender Aspekt für Ressourceneffizienz ist die Haltbarkeit. Je länger ein Werkstoff oder ein Bauteil hält, dest effektiver ist die zu seiner Erzeugung eingesetzte Energie genutzt worden. Auch der Aufwand für die Wartung während der so genannten Nutzungsphase spielt in der Beurteilung der Effektivität eine wichtige Rolle. Zinkblech als Bedachungsmaterial, an Fassaden und in der Dachentwässerung ist wartungsfrei, bietet moderne Gestaltungsmöglichkeiten, in die sich die Gewinnung von Energie aus Sonnenlicht unauffällig und formschön integrieren lässt und hält ein Leben lang.
Aber wie lang ist ein Leben lang? 50, 60 oder sogar 100 Jahre hält der Werkstoff - Daten, die auch durch die überarbeitete Tabelle "Nutzungsdauern von Bauteilen für Lebenszyklusanalysen nach BNB" (BNB: Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen) des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) bestätigt werden: Betrachtungszeitraum:
Damit halten alle Bauteile aus Zinkblech laut BBSR mindestens so lange wie das Gebäude, ohne ausgetauscht werden zu müssen.
Tatsächlich beträgt die Lebensdauer von Zinkblech in der Praxis ein Vielfaches, wie viele historische Gebäude belegen. Obgleich Zink in Europa erst zu Beginn des 17. Jahrhunderts als Metall erkannt wurde, fand es rasch Eingang in die heimische Architektur. Schon vor über 150 Jahren hat der Architekt Schinkel mit der Anwendung von Zink bei Abdeckungen, Verwahrungen, Ornamenten und Bedachungen geplant. Historische Gebäude mit Zinkdächern, die viele Jahrzehnte lang wartungsfrei ihre optische und technische Funktion erfüllt haben, bevor sie erneut mit Zink eingedeckt wurden, sind z.B.:
Auch theoretisch kann die Nutzungsdauer von Zinkblech sogar deutlich über den vom BBSR angegebenen Zeiten liegen: Legt man für die Berechnung der theoretischen Lebensdauer die heutige Luft- und Zinkblechqualität, Korrosions- und Abschwemmrate von Zinkblech und Materialdicke sowie Orientierung des Daches und Dachneigung zugrunde, ergibt sich sogar eine Haltbarkeit von mehr als 200 Jahren (Quelle: dachbaumagazin 12/2012).
Moderne Architekten, die mit Zinkblech arbeiten, sind zum Beispiel Daniel Libeskind und Frank O. Gehry. Sie nutzen die große Bandbreite an Gestaltungsmöglichkeiten gerne dazu, auch außergewöhnliche Dachformen oder spannende Fassaden zu realisieren. Dabei werden zunehmend die Möglichkeiten genutzt, Solarthermiemodule oder Photovoltaik ohne Aufständerung in das Zinkblech zu integrieren.
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