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Presse  2009  Mit Zink zum Weltrekord_Kartoffel Kraftwerk

Mit Zink zum Weltrekord: das größte Kartoffel-Kraftwerk der Welt

Soester Professor schafft  zusammen mit vielen Partygästen GUINNESSTM-Weltrekord mit Kartoffeln, Zink- und Kupfernägeln

Ein klassischer Schulversuch: Eine Kartoffel, mit je einem Kupfer- und einem Zinknagel durchspießt, wird zu einer "Kleinstbatterie" mit 0,9 Volt. 1.000 dieser Kartoffelelemente miteinander verdrahtet liefern theoretisch eine Spannung von 900 Volt. 400 Volt Spannung waren erforderlich, um die Vorgaben für den Eintrag ins Buch der Rekorde zu erfüllen. Die offizielle Messung stoppte bei 531,8 Volt – der Weltrekord war geschafft.

Bereits vor einigen Jahren stellte der Soester Professor Reinhard Spörer einen Weltrekord auf. Damals ließ er hunderte Besucher der Campus-Summernight der FH Südwestfalen am Standort Soest simultan Sektflaschen öffnen. Am 18. Juli 2009 traten Professor Spörer und seine Kollegen vom Verband Soester Ingenieure (VSI) erneut zum Rekordversuch an: Exakt 1.000 ungeschälte, frische Kartoffeln wurden mit je einem Zink- und einem Kupfernagel versehen und leitend miteinander verbunden, wodurch eine messbare Spannung entsteht. Das Prinzip, das diesem Versuch zugrunde liegt, wurde von Luigi Galvani um 1800 entdeckt - auf demselben Prinzip basiert übrigens auch der Korrosionsschutz von Stahl durch Verzinken.

Technik zum Anfassen

Die Besucher der Party folgten mit großem Vergnügen dem Aufruf, selber Kartoffeln auf die Konstruktion aus Dachlatten, Nägeln und Blumendraht zu spießen. Dafür erhielten sie eine Teilnahmebescheinigung und können sich als Mitglieder des Weltrekordteams betrachten. Der Versuchsablauf war detailliert vorbereitet und „ingenieurmäßig“ geplant: Um mögliche Fehlerquellen - wie beispielsweise unterbrochene elektrische Kontakte - möglichst schnell entdecken und beheben zu können, wurden die Kartoffelzellen in zehn Modulen zu je 100 Stück angeordnet, die nacheinander in Betrieb genommen und verbunden wurden. Sicherheit war reichlich eingeplant: theoretisch hätte mit den Kartoffelmoduken eine Spannung von 900 Volt erzielt werden können. Mit der offiziuellen Messung von 531,8 Volt war der Rekordversuch geglückt.

Nicht nur die frisch gebackenen Hochschulabsolventen, die an diesem Tag ihre Zeugnisse erhalten hatten, sondern auch technisch nicht vorgebildete Campus-Besucher verfolgten gespannt die Ereignisse rund um den Rekordversuch. Kinder bestaunten fasziniert die erstaunlichen Leistungen, zu denen eine einfache Kartoffel fähig ist.

Professor Spörer: „Mit unserem Versuch wollen wir jungen Leuten und der Öffentlichkeit zeigen, wie viel Energie in ganz alltäglichen Dingen steckt, wozu Ingenieure mit dem richtigen Know-How fähig sind und wie spannend der Ingenieurberuf sein kann. Ein bisschen Werbung um Nachwuchs tut unserer Zunft ganz gut.“  - Spörer bezieht sich damit auf eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), wonach ein erheblicher Mangel an Ingenieuren und technischem Nachwuchs befürchtet wird. Professor Spörer und seinen Mitstreitern ist nicht nur der Weltrekord gelungen, sie haben auch viel Aufmerksamkeit für den Ingenieurberuf geweckt: Er und die vielen „Weltrekordler“ lieferten den Beweis dafür, dass abstrakte technische Zusammenhänge mit einfachen Mitteln anschaulich und praxisnah vermittelt werden können - und dass das Ganze darüber hinaus auch noch Spaß macht.

Nach dem Rekord ist vor dem Rekord

Zwei Fragen bewegten nach dem gelungenen Versuch die Gemüter: Was, wenn der Weltrekord von anderen kopiert und gar geknackt wird? Und: Was kommt als Nächstes? Professor Spörer bleibt auch diese Antworten nicht schuldig: „Nur gute Ideen werden kopiert! Und wir waren schließlich die Ersten, die den Rekord aufgestellt haben. Während andere noch an der Kopie arbeiten, entwickeln wir bereits Pläne für den nächsten Weltrekord.“

Der Weltrekord, dessen Eintragung in das GuinnessTM-Buch bereits im Vorfeld beantragt wurde, begann unmittelbar nach der großen Absolventenfeier der Soester Ingenieurstudiengänge. Im Anschluss stieg bei Livemusik und Showdance die Stimmung bei der der schon traditionellen jährlichen Großparty, der Soester Campus Summernight.

Personalie

Der Soester Professor Doktor Reinhard Spörer lehrt an der Fachhochschule Südwestfalen, Standort Soest im Fachbereich Maschinenbau –Automatisierungstechnik. Er wurde im Herbst 2008 im bundesweiten Wettbewerb „Professor des Jahres“ für seine besonderen Bemühungen und kreativen Ideen rund um die Karriere junger Leute im Ingenieurberuf ausgezeichnet.

Download Pressemitteilung

Download Bild 1: Professor Reinhard Spörer und seine Mitstreiter nach dem erfolgreichen Rekordversuch

Download Bild 2: Eine Kartoffel, ein Zink- und ein Kupfernagel bilden zusammen eine "Kleinstbatterie"

Download Bild 3: Ingenieurmäßig verdrahtet, die Kisten des Sponsors als Isolator

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