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Donnerstag 14. August 2008 11:55 Alter: 4 Jahre

Mit Zink erfolgreich gegen Mangelernährung

Kategorie: Initiative Zink
Von: Initiative Zink

Hunger macht sich ganz eindeutig durch Magenknurren bemerkbar. Doch satt zu sein allein reicht bei Weitem nicht, denn anders als Hunger macht sich Vitamin- und Mineralstoffmangel nicht sofort bemerkbar. Das Resultat: Über die Hälfte der Menschheit leidet am so genannten verdeckten Hunger, d. h. an Krankheiten, die durch Nährstoffmangel entstehen.

So kann Zinkmangel z. B. das Risiko erhöhen, an Infektionskrankheiten zu erkranken. Und das gerade in Entwicklungsländern, wo Zinkmangel ein großes Problem darstellt – das aber mit relativ geringen Mitteln behoben werden könnte: Der Kopenhagener Konsens 2008 schätzt, dass etwa 80% der circa 140 Millionen unterernährten Kinder für jährlich 60 Millionen Dollar mit Zink und Vitamin A versorgt werden könnten. Doch Verteilaktionen von Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln scheitern oft an der Erreichbarkeit der Betroffenen, den hohen Kosten und der notwendigen Logistik.

Weltweit forschen Wissenschaftler deshalb an der „natürlichen Anreicherung“ durch zinkhaltige Düngemittel oder zinkreiche Nutzpflanzen – wie Agrarökonom Dr. Alexander J. Stein von der Universität Hohenheim. Sein Ansatz besteht darin, Nahrungsmittel nicht erst in der Fabrik industriell anzureichern, sondern Grundnahrungspflanzen zu züchten, die die Mikronährstoffe bereits auf dem Feld in ihren essbaren Teilen speichern.

Da sich dadurch Pflanzen selbst anreichern, versorgen sie die Menschen später beim Verzehr automatisch mit den benötigten Mikronährstoffen – und der Mangelernährung kann wirksam entgegengewirkt werden.

Um die Akzeptanz des mit Zink angereicherten Saatguts zu erhöhen, wird laut Dr. Stein daran gearbeitet, mit den Inhaltsstoffen auch den Ertrag zu steigern. Der Pluspunkt dabei: Diese Züchtung stellt nur eine einmalige Anstrengung dar, denn die Pflanzen können nicht nur von Bauern angebaut werden, wenn sie neues Saatgut erhalten oder sich kaufen, sondern sie können einen Teil der Ernte später wieder aussäen oder an andere Bauern verteilen, die dann ihrerseits anbauen oder Saatgut weitergeben. Somit entsteht aus den anfänglichen Kosten für Entwicklung und Verteilung ein kontinuierlicher Nutzenstrom.

Erfolg versprechend ist auch die Düngung mit Zink, wie ein Projekt von Professor Ismail Cakmak von der Sabanci Universität Istanbul gezeigt hat.

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