Mit Duplexsystem aus Zink und Beschichtung wäre Eiffelturm optimal vor Rost geschützt.
Am 31. März feiert dieser 318 Meter hohe Stahlkoloss, der von den Parisern liebevoll die „Eiserne Dame“ genannt wird, bereits seinen 120. Geburtstag. Und wie (alte) Damen nun mal so sind: Regelmäßige Pflege ist wichtig und gerade zu herausragenden Anlässen möchten sie besonders strahlen und glänzen. Deshalb bekommt die „Eiserne Dame“ aktuell ein neues Make-up – in Form von etwa 60 Tonnen Farbe. Doch nicht Falten sind zu bekämpfen – Rost lautet der Name ihres Feindes.
Seit der Erbauung werden die circa 200.000 Quadratmeter des Eiffelturms alle sieben Jahre angestrichen. Für die Arbeiten werden etwa 50 Kilometer Sicherheitsseile, zwei Hektar Fangnetze, 1.500 Bürsten und mehr als 5.000 Schleifteller verbraucht. Ein Team von 25 Malern benötigt für diese Aufgabe mehr als ein Jahr. Circa drei Millionen Euro kostet jeder Durchgang. Kosten und Aufwand für die Aussage „La tour Eiffel est éternelle.“ (Der Eiffelturm ist ewig.) sind seit dem Bau exorbitant hoch.
Erfolgsprojekt: Wuppertaler Schwebebahn
Ähnlich war die Situation bei der Wuppertaler Schwebebahn – wie der Eiffelturm ein Bauwerk der besonderen Art aus Stahl, wie der Eiffelturm Ende des 19. Jahrhunderts errichtet. Und auch bei der Schwebebahn hat die mehr als 100-jährige Betriebszeit ihre Spuren an der baulichen Substanz hinterlassen. Ähnlich auch das bisher zum Einsatz kommende Korrosionsschutzverfahren: Handentrostung mittels Pickhammer und Drahtbürste, Ausflecken der Roststellen und zweimalige, ganzflächige Deckbeschichtung circa alle neun bis 10 Jahre – ein Verfahren, dass die Farbschicht auf eine Dicke von 1,0 bis 1,5 Millimeter anwachsen ließ. Die wiederum resultiert in einer mangelnden Elastizität, die dann bei Temperaturdehnungen zum Haftungsverlust zwischen Stahloberfläche und Beschichtung führt. Ein Gutachten kam Mitte der 80er Jahre zu dem Ergebnis, dass das bisherige Korrosionsschutzverfahren in der Zukunft nicht mehr oder nur noch für begrenzte Zeit mit eingeschränkter Schutzwirkung möglich sei.
Gesamtschutzdauer deutlich höher mit Duplexsystem
Die Lösung: Für die nachträglichen und zukünftigen Korrosionsschutzarbeiten des neuen Schwebebahn-Traggerüsts hat man sich für das Duplexverfahren entschieden, das eine Feuerverzinkung und einen ersten und zweiten Deckanstrich beinhaltet. Die Verzinkung wird durch die darüberliegende Beschichtung vor atmosphärischen und chemischen Einflüssen geschützt, was die Lebensdauer der Verzinkung erhöht. Umgekehrt haben Beschädigungen an Beschichtungen keine nachteiligen Auswirkungen zur Folge, da die Verzinkung aufgrund ihrer hohen Widerstandsfähigkeit und Abriebfestigkeit hohen Belastungen Stand hält. Dadurch können bei Beschichtungen typische Unterrostungen nicht entstehen. Durch das Duplexsystem ist die Gesamtschutzdauer zwischen 1,2- bis 2,5-mal größer als die Summe aus der jeweiligen Einzelschutzdauer von Verzinkung und Beschichtung.
Würde man den Eiffelturm heute aus modernen Stahlkonstruktionen bauen und den Stahl mithilfe des Duplexverfahrens beschichten, wäre das Wahrzeichen von Paris wie die Wuppertaler Schwebebahn für mehrere Jahrzehnte wirkungsvoll vor Korrosion geschützt – bei minimalen Wartungskosten und -arbeiten. Ein weiterer Vorteil gerade angesichts der aktuellen Diskussion rund um den Klimaschutz: Mit einer Feuerverzinkung hätten 1.142 Tonnen Kohlendioxidemissionen vermieden werden können.
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Geschichte der Zinkherstellung haut... Artikel 54 von 98 Zinkdruckgusswettbewerb 2009/2010
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