Das heißt: Mit der Nahrung werden durchschnittlich 10 bis 15 Milligramm Zink aufgenommen. Bestimmte Lebensphasen erfordern jedoch eine erhöhte Zinkzufuhr, denn wird zu wenig aufgenommen, tritt ein Zinkmangel ein, der zu Veränderungen des Immunsystems und somit auch zu einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionen, Autoimmunkrankheiten und zur Entwicklung altersbedingter Krankheiten führen kann. Die Ergebnisse der Dissertation „Rekonstruktion des dysregulierten Immunsystems durch Nahrungsergänzung mit Zink“ von Dr. Laura Kahmann legen nahe, dass klinisch gesunde, ältere Menschen von einem frühzeitigen Nachweis eines Zinkmangels und einer darauf abgestimmten Nahrungsergänzung mit Zink profitieren.
Im Laufe des Lebens verändert sich das Immunsystem des Menschen erheblich: Nach der Geburt ist es noch wenig ausgereift und sehr anfällig. Nach einer Lernphase im Verlauf der Kindheit ist das Immunsystem im frühen Erwachsenenalter vollständig entwickelt. Ganz typisch ist danach ein stetiger Abfall der Immunfunktionen im Alter. Deutlich wird dies an einer generell erhöhten Erkrankungsrate ab 60 Jahren.
Aus einer Reihe vorheriger Studien ist bekannt, dass der Alterungsprozess des Immunsystems unter anderem mit einer leichten chronischen Entzündung im Körper einhergeht. Dieser Zustand lässt sich an einer generell erhöhten Produktion körpereigener Botenstoffe des Immunsystems nachweisen und scheint eine Hauptursache altersbedingter Erkrankungen wie Demenz, Arteriosklerose und Altersdepression zu sein. Diese leichte chronische Entzündung wird von den betroffenen Menschen zwar nicht wahrgenommen, führt jedoch dazu, dass im Falle einer Infektion keine adäquate Abwehrreaktion mehr möglich ist.
Ziel der Dissertation war deshalb, mehr Einsicht in den Zusammenhang von Alterungsprozess des Immunsystems und einem marginalen Zinkmangel bei gesunden älteren Menschen zu bekommen. Für die Studie untersuchte Dr. Kahmann 19 psychisch und physisch gesunde, circa 70 Jahre alte Menschen. In ersten Schritten wurden zunächst der aktuelle Zinkgehalt im Körper und die Anzahl der weißen Blutkörperchen der Studienteilnehmer untersucht. „Die Diagnostik eines Zinkmangels ist durch zwei Hauptfaktoren erschwert: In den frühen Phasen eines Zinkmangels (marginaler Zinkmangel) zeigen die meisten Betroffenen oftmals keine offensichtlichen Symptome. Allerdings sind leichte Veränderungen wie Brüchigkeit der Haare und Nägel und reduzierte Immunfunktionen auch hier bereits nachweisbar. Zum anderen existieren laborchemisch keine sicheren Normwerte für den notwendigen Zinkgehalt. Damit ist der Zinkmangel nicht klar definiert, wie dies beispielsweise beim Eisenmangel der Fall ist“, erklärt Dr. Kahmann. Nachdem der Ausgangszustand ermittelt war, nahmen die Probanden über ungefähr 45 Tage zusätzlich zu ihrer normalen Ernährung 50 Milligramm Zinkaspartat auf.
"Insgesamt zeigen die Ergebnisse meiner Dissertation, dass der Ausgleich eines Zinkmangels durch eine Nahrungsergänzung mit Zink bei älteren Menschen sowohl eine chronische, leichtgradige Entzündung als auch eine fehlerhafte Reaktion des Körpers auf Entzündungen reduziert. Dadurch werden die Voraussetzungen des Immunsystems, auf eine Infektion adäquat zu reagieren, entscheidend verbessert. Daneben können die fehlerhaften autoimmunregulativen Funktionen des Immunsystems, d. h. die Reaktion auf körpereigene, entartete Zellen und die pathologische Reaktion auf gesunde körpereigene Zellen – wie sie bei Autoimmunerkrankungen vorliegt – korrigiert werden", so Dr. Kahmann.
Über Dr. Laura Kahmann:
Dr. Laura Kahmann hat an der RWTH Aachen Humanmedizin studiert. Ihre Dissertation "Rekonstruktion des dysregulierten Immunsystems durch Nahrungsergänzung mit Zink" verfasste sie am Institut für Immunologie des Universitätsklinikums Aachen und erhielt dafür im Januar 2009 den Fakultätspreis der RWTH Aachen für eine herausragende Dissertation in einem theroretischen Fachgebiet. Aktuell arbeitet die 28-Jährige als Assistenzärztin in der Frauenklinik des Universitätsklinikums Erlangen.
Über die Initiative Zink:
Die Initiative Zink ist ein Zusammenschluss von Zinkerzeugern, Zinkrecyclern, Halbzeugproduzenten, Anwendern, wie z.B. der Feuerverzinkungsindustrie und der Hersteller von Zinkverbindungen in Deutschland. Sie arbeitet unter dem Dach der WirtschaftsVereinigung Metalle und ist seit 1999 mit einem eigenen Büro im Haus der Metalle ständig vertreten.
Die Initiative Zink arbeitet in enger Kooperation mit den Unternehmen und den nationalen und internationalen Zinkverbänden. Behörden und Anwendern vom Architekten bis hin zum Bauherrn und der Presse ist sie ein kompetenter Ansprechpartner in Fragen rund um Zink und zur Bedeutung des Zinks für die Umwelt.
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Mit Zink zum Weltrekord: das größte... Artikel 57 von 98 Initiative Zink auf der didacta 200...
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