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Zink und Vitamin A können Kindern mit einem geringen Kostenaufwand verabreicht werden, sie behandeln eine Mangelernährung, die nach Meinung von Wirtschaftsexperten – darunter fünf Nobelpreisträger – eines der größten Probleme weltweit darstellt, das aber effektiv und mit relativ geringen Mitteln behoben werden kann. Ein Forum mit acht Wirtschaftswissenschaftlern wurde als "Kopenhagener Konsens 2008" einberufen, um weltweite Probleme zu besprechen und hierfür kostengünstige Lösungen zu finden.
Das Forum erstellte eine Rangliste der Probleme, mit denen man sich vernünftigerweise befassen muss. Dr. Bjorn Lomborg, Gründer des Konsens' und ehemaliger Direktor des Dänischen Instituts für Umweltbeurteilung, sagte über den Konsens-Prozess: "Dieser ermöglicht uns den ultimativen Überblick darüber, wie globale Entscheidungen am besten getroffen werden können und wie wir mit unserem Geld am besten Gutes in der Welt tun können. Es ist schwer, Prioritäten zu setzen. Es ist viel einfacher zu sagen, dass wir alles tun wollen, aber unglücklicherweise verfügen wir über begrenzte Ressourcen. Wir konzentrieren uns nicht nur darauf, was Mode, sondern auch darauf, was vernünftig ist."
Zinkmangel ist ein großes Gesundheitsproblem in Entwicklungsländern
Das Forum kam zu dem Schluss, dass etwa 80 % der schätzungsweise 140 Millionen unterernährten Kinder (vorwiegend in Subsahara-Afrika und Südostasien) für jährlich 60 Millionen US-Dollar mit Zink und Vitamin A versorgt werden könnten – und dass daraus sogar ein wirtschaftlicher Nutzen von 1 Milliarde US-Dollar resultieren kann, da aufgrund des besseren Gesundheitszustands, erhöhten zukünftigen Einkünften und weniger Krankheits- und Todesfällen an anderer Stelle Kosten eingespart bzw. sogar Gewinne gemacht werden können. Im Gegensatz dazu rangiert nach Meinung der Wirtschaftsexperten die Reduzierung der Treibhausgase, um die globale Erwärmung zu kontrollieren, nur an 30. Stelle. Man geht davon aus, dass die Ausgabe von 800 Milliarden US-Dollar zukünftig nur 685 Milliarden US-Dollar Nutzen bringt – keinen Gewinn also.
Forschungen haben ergeben, dass Zinkmangel ein kritisches Gesundheitsproblem in den Entwicklungsländern darstellt. Besonders Kleinkinder sind gefährdet: Ein Mangel an Zink kann die Beeinträchtigung von Wachstum und Entwicklung sowie eine Häufung von Erkrankungen wie Durchfall und Lungenentzündung zur Folge haben. Anfang des Jahres machte "The Lancet", eine führende Medizin-Fachzeitschrift, Zinkmangel für vier Prozent der weltweiten Todesfälle und durch Behinderungen beeinträchtigten Lebensjahre bei Kindern unter fünf Jahren in Ländern mit geringem Einkommen verantwortlich und auch die Welt-Gesundheitsorganisation WHO hat das Zinkmangelproblem bei Kindern erkannt. Trotz der weit verbreiteten Bestätigung dieses Problems in der Forschung wird nicht genügend unternommen, wie der Konsens findet.
Neue Wege gehen: Nährstoffanreicherung von Saatgut
Eines von positiven Gegenbeispielen ist jedoch die bisher dreijährige Forschungsarbeit von Agrarökonom Dr. Alexander J. Stein an der Universität Hohenheim: Sein Ansatz, Mangelernährung zu bekämpfen, besteht darin, Nahrungsmittel nicht erst in der Fabrik industriell anzureichern, sondern Grundnahrungspflanzen zu züchten, die die Mikronährstoffe bereits auf dem Feld in ihren essbaren Teilen speichern. Die Methode wird Biofortication (natürliche Anreicherung), genannt.
Für seine Studie entwickelte er ein Modell der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weiter, um auch die Folgen von Zinkmangel untersuchen zu können. Bei diesem Modell handelt es sich um den Ansatz zur Berechnung der "behinderungsbereinigten Lebensjahre" (Englisch: disability-adjusted life years; DALYs), mit dem der Verlust von Gesundheit aufgrund von Krankheiten oder Verletzungen gemessen werden kann. Grundlage der Untersuchung waren die Ernährungsgewohnheiten von 120.000 Haushalten in Indien. Mithilfe des Modells konnte Dr. Stein berechnen, wie viele gesunde Lebensjahre in Indien aufgrund von Zinkmangel verloren gehen. Eines der Ergebnisse: In Indien gehen durch Zinkmangel jedes Jahr 2,8 Millionen DALYs verloren; durch Mikronährstoffmangel – also Eisen-, Vitamin-A-, Zink- und Jodmangel – insgesamt 10 Millionen DALYs. Bei einer rein wirtschaftlichen Bewertung entspricht dies einem Verlust von zwei bis drei Prozent des indischen Bruttosozialprodukts.
Die Vorteile der natürlichen Anreicherung bestehen darin, dass sie die herkömmlichen Ansätze zur Bekämpfung des Mikronährstoffmangels sinnvoll ergänzt. Denn: Eines der großen Probleme der anderen Ansätze ist, die breiten Bevölkerungsschichten zu erreichen, die vom Gesundheitssystem nicht oder nur unzureichend abgedeckt werden und die auch keinen oder nur eingeschränkten Zugang zum Markt für verarbeitete Lebensmittel haben. Dies sind oftmals Menschen, die in abgelegenen, ländlichen Gegenden wohnen. Nach Schätzungen der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen machen die städtischen Armen nur etwa 20 Prozent aller weltweit Hungernden aus, die übrigen Hungernden sind überwiegend arme Kleinbauern und Tagelöhner, die auf dem Land leben.
IZA unterstützt Kopenhagener Konsens
Die International Zinc Association (IZA) hat im Namen der Zinkindustrie weltweit verstärkt Programme initiiert und unterstützt Aktivitäten, wie sie vom Konsens empfohlen werden. So wirkte die IZA beispielsweise bei der Gründung der International Zinc Nutrition Consultative Group (IZiNCG) mit und unterstützt diese Wissenschaftler, die dem Internationalen Bund von Ernährungswissenschaften angeschlossen sind.
IZA und IZiNCG widmen ihre Arbeit der Förderung und Unterstützung von Bestrebungen, die den Zinkmangel weltweit durch Fürsprache, Erziehung und technische Unterstützung reduzieren sollen. Die IZA hat technische Konferenzen gesponsert, Broschüren herausgegeben und einige für diese Arbeit relevante Internetpräsenzen (www.zinc-health.org und www.zinc-crops.org) erstellt. Zusätzlich hat die IZA ihre Arbeit u. a. mit dem Internationalen Düngemittel-Weltverband koordiniert, um Zink durch die Nutzung von zinkangereicherten Düngemitteln bei zinkarmem Boden, wie er in Entwicklungsländern vorherrscht, zu einem früheren Zeitpunkt der Nahrungskette zuzuführen.
Stephen Wilkinson, Leiter der IZA, kam zu dem Schluss: "Die Zinkindustrie hat intensiv daran gearbeitet, den politischen Entscheidungsträgern bewusst zu machen, dass Zinkmangel besonders bei Kindern eine große Gesundheitsgefahr darstellt, der leicht mit bereits existierenden Mitteln wie Düngung der Saat, Anreicherung von Nahrung oder Verabreichung von Nahrungsergänzungsmitteln begegnet werden kann. Wir freuen uns darüber, dass der Kopenhagener Konsens 2008 Zinkmangel als sein wichtigstes weltweites Thema erkannt hat, das auf eine kostengünstige Art behandelt werden kann."
Die Initiative Zink ist ein Zusammenschluss von Zinkerzeugern, Zinkrecyclern, Halbzeugproduzenten, Herstellern und Verarbeitern von Zinkverbindungen unter dem Dach der WirtschaftsVereinigung Metalle. Sie ist Ansprechpartner für Behörden, Anwender und für die Presse in allen Fragen rund um das Zink. Die Initiative Zink hat ihren Sitz in Düsseldorf und arbeitet in enger Kooperation mit nationalen und internationalen Zinkverbänden.
Die International Zinc Association (IZA) ist eine Non-Profit-Organisation, die dazu beiträgt, den weltweiten Markt für Zink zu vergrößern und die Bekanntheit von Zink zu erhöhen, indem sie die Bedeutung von Zink für aktuelle und potenzielle Produktanwendungen, die menschliche Gesundheit und den Getreideanbau fördert und den Beitrag von Zink zur nachhaltigen Entwicklung hervorhebt. www.zincworld.org
Der Kopenhagener Konsen ist ein Projekt, das sich darum bemüht, Prioritäten und kostengünstige und gleichzeitig effektive Lösungen für die Weiterentwicklung des weltweiten Gemeinwohls zu entwickeln. Der Konsens würde von Dr. Bjorn Lomborg, dem ehemaligen Leiter des Dänischen Instituts für Umweltbeurteilung, gegründet und bringt acht führende Wirtschaftsexperten zusammen. Die erste Konferenz wurde 2004 abgehalten, um die wichtigsten weltweiten Herausforderungen zu priorisieren. Eine zweite Konferenz fand 2006 statt, um die Priorisierung der Projekte zu überprüfen. Das Kopenhagener Konsens-Zentrum wurde an der Copenhagen Business School gegründet, um die dritte Konferenz im Mai 2008 zu organisieren. www.copenhagenconsensus.com
Die International Zinc Nutrition Consultative Group (IZiNCG) Ihr oberstes Ziel ist es, die Bemühungen zur Reduzierung des weltweiten Zinkmangels durch Ernährungsforschung, Verbreitung von Information und die Bereitstellung von technischer Unterstützung für nationale Regierungen und internationale Behörden zu fördern. www.izincg.org
Der Internationale Düngemittel-Weltverband (IFA) fördert die effiziente und verantwortliche Produktion und Nutzung von Pflanzendüngern, um die landwirtschaftliche Produktion weltweit in einer verantwortlichen Art und Weise zu erhalten und erhöhen. www.fertilizer.org
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