Metastudie belegt Wirkung
Eine finale Einschätzung der Wirksamkeit von Zink sollten die im Februar 2011 veröffentlichten Ergebnisse einer Metastudie ermöglichen, die von der Cochrane Collaboration durchgeführt wurde. Dieses unabhängige, internationale Netzwerk aus Ärzten und Wissenschaftlern, das sich auf die Grundsätze der evidenzbasierten Medizin stützt, wertete systematisch die Daten von 15 klinischen Studien und 1.360 Probanden aus. Die Ergebnisse: Wird Zink innerhalb eines Tages nach Beginn der Symptome eingenommen, reduzieren sich Erkältungsschwere und -dauer. So waren von den Teilnehmern, die Zink in Form von Tabletten, Sirup oder Lutschbonbons einnahmen, nach sieben Tagen mehr Personen als mit Placebos behandelte Studienteilnehmer symptomfrei. Zudem reduzierte die Zinkeinnahme die Notwendigkeit von Antibiotika-Gaben. Die Frage nach der optimalen Dosierung und der Behandlungsdauer müsse allerdings noch abgeklärt werden, so die Wissenschaftler
Kritik an wechselnder Beurteilung
Die kritische Beurteilung dieser Metastudie ließ nicht lange auf sich warten. Einer der Kritikpunkte ist die in den letzten Jahren unterschiedliche Bewertung der Wirksamkeit von Zink durch die Cochrane Collaboration: 1999 war man hier noch zu dem Ergebnis gekommen, dass das lebenswichtige Spurenelement in Form von Lutschtabletten gegen Schnupfen nichts bewirke - ein Schluss, den auch die Cochrane Review aus dem Jahr 2007 nahelegte. Wichtigster Ansatzpunkt für die Kritik an der aktuellen Cochrane-Beurteilung ist jedoch, dass zwei Studien zentral für die aktuell positive Beurteilung waren, die von einem Hersteller für Zinktabletten finanziert wurden.
Ausreichende Zinkversorgung über eine gesunde Ernährung
Doch bei allem Für und Wider zu der Frage, ob Zink bei einer Erkältung hilft: Unbestritten ist, dass Zink für den Menschen ein essenzielles Spurenelement ist. Es fungiert im Körper als Kofaktor zahlreicher Enzymsysteme, die unter anderem für eine schnelle Bildung von Immunzellen benötigt werden. Bei Zinkmangel kann das Immunsystem nicht effektiv arbeiten - und die Folge davon sind Erkältungen und andere Infektionen. Der Bedarf eines Erwachsenen beträgt 10 bis 15 Milligramm, die dem Körper täglich über die Nahrung zugeführt werden sollten. Zu den besonders ergiebigen Zinkquellen gehören beispielsweise rote Fleischsorten, Fisch und Meeresfrüchte, Milch- und Vollkornprodukte, Weizenkeime und Erdnüsse.
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Doreen Köstler
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