Montag, den 10. April 2017

Die Zukunft ist da: Nachhaltigkeit von Zink im Bauwesen

Kategorie: Bauwesen, Nachhaltigkeit, Ressourceneffizienz, Feuerverzinken, Zinkblech

Der Kreislauf der Natur ist unendlich: Pflanzen wachsen, blühen, tragen Früchte und schaffen am Ende ihres Lebenszyklus die Basis für neue Pflanzen. Doch wie sieht der Kreislauf beispielsweise im Bauwesen aus? Nimmt man die Natur als Vorbild, sollten hier Baustoffe so eingesetzt und Gebäude so geplant und betrieben werden, dass nach Ablauf ihres Lebenszyklus wieder Material für etwas Neues bereitsteht: Nicht mehr allein Funktionalität, Wirtschaftlichkeit und Optik sind ausschlaggebend für die Materialwahl, sondern auch der Beitrag zu Umwelt- und Klimaschutz sowie Ressourceneffizienz. Der Werkstoff Zink geht hier – quasi von Natur aus – mit gutem Beispiel voran. Denn neben den vielfältigen gestalterischen und technischen Möglichkeiten überzeugt er durch lange Nutzungsdauern von mehr als 50 Jahren und kann über Recycling fast vollständig in den Produktkreislauf zurückgeführt werden.


Zinkblech als Material für Dach, Fassade und Dachentwässerung

Zinkblech als Material für Dach, Fassade und Dachentwässerung ist wartungsfrei und hält mehr als 50 Jahre. [Bildquelle: Rheinzink]

Feuerverzinkter Stahl hält länger

Feuerverzinkter Stahl hält länger und wird am Ende des Lebenszyklus im Stahlwerk recycelt. Dabei wird auch das anhaftende Zink wieder als Rohstoff nutzbar gemacht. [Bildquelle: Wiegel-Gruppe]

Von besonderer Bedeutung für die Realisierung einer nachhaltigen Entwicklung im Bauwesen sind Konzepte, die entsprechenden Bauelemente flächendeckend in den Markt zu bringen. Dazu gehören unter anderem die 17 globalen Ziele für eine nachhaltige Entwicklung, die von den Vereinten Nationen formuliert wurden – und hier im Speziellen die Ziele 11 und 12, die sich für nachhaltige Städte und Gemeinden sowie für nachhaltige Konsumgewohnheiten und Produktionstechniken stark machen. Der Einsatz von Zink im Bauwesen leistet hierfür einen wertvollen Beitrag: So werden Fassadenbekleidungen, Dachdeckungen und Dachentwässerungssysteme aus Zinkblech mindestens 50 Jahre alt, die theoretische Haltbarkeit beträgt sogar über 200 Jahre. Damit erfüllen Bauteile aus Zinkblech ihre Funktion wartungsarm mindestens so lange wie das Gebäude, ohne ausgetauscht werden zu müssen. 

Auch bei den Produktionstechniken eruieren die Unternehmen der deutschen Zinkindustrie immer wieder Optimierungspotenziale im Produktionsprozess, wie beispielsweise Dr. Thomas Pinger, beim Feuerverzinkungsunternehmen Voigt & Schweitzer für Nachhaltigkeit und Innovationsmanagement verantwortlich, betont: „Wir denken geschlossene Kreisläufe nicht nur – wir leben sie auch. Unseren Produktionsprozess passen wir immer wieder daran an, wo am besten der Energieverbrauch reduziert werden kann. In Kombination mit der nahezu vollständigen Recyclingfähigkeit unserer Produkte werden Effizienz und Effektivität verbunden.“ 

Über die Ziele der Vereinten Nationen hinaus zielen Zertifizierungssysteme wie BREEAM, LEED, EMAS und Cradle to Cradle sowie Umweltproduktdeklarationen (EPD) darauf ab, Nachhaltigkeit in der Architektur transparent und vergleichbar zu machen. Sowohl für Zinkblech an Dach und Fassade sowie in der Dachentwässerung als auch für feuerverzinkten Stahl gibt es EPDs und Cradle-to-Cradle-Zertifikate. „Für uns ist es wichtig, den Architekten und Bauherren, die unsere Produkte einsetzen, alle Informationen an die Hand zu geben, die sie brauchen, um Nachhaltigkeitsbewertungen von Gebäuden vorzunehmen. Sichtbares Zeichen dafür sind die EPDs und die BREEAM- und LEED-Zertifikate, die unsere Bauzinkprodukte auszeichnen“, erklärt Dr. Marianne Schönnenbeck, Leiterin der Abteilung Forschung und Entwicklung/Umwelt bei Rheinzink. 

Eine Produktlinie von Rheinzink ist darüber hinaus Cradle-to-Cradle-zertifiziert. Zu ihren Eigenschaften unter C2C-Aspekten gehört, dass sämtliche während der Herstellung anfallenden Reste dem Produktionsprozess wieder zugeführt werden können, die Menge des eingesetzten Rohmaterials exakt dem Gewicht des Fertigprodukts entspricht und das Titanzink fast vollständig recycelt wird. Zudem bildet das Material an seiner Oberfläche eine schützende Patina, weshalb Dach- und Fassadenelemente während des gesamten Lebenszyklus keine Reinigung, Pflege oder Wartung benötigen. 

EMAS – die Abkürzung steht für Eco-Management and Audit Scheme – ist ein freiwilliges Instrument der Europäischen Union, das auf die Eigenverantwortung von Unternehmen baut, sich nachhaltig, sozial und ökologisch zukunftsorientiert aufzustellen. Zu den in Deutschland im EMAS-Register eingetragenen Unternehmen gehören die Adolf Föhl GmbH & Co. KG aus Rudersberg, die Befesa Steel Services GmbH mit ihrem Standort in Freiberg und die Wiegel-Gruppe mit Hauptsitz in Nürnberg. Dr. Thomas Happle, technischer Geschäftsführer, begründet das EMAS-Engagement der Wiegel-Gruppe so: „Damit nicht nur unser Produkt – also feuerverzinkter Stahl – nachhaltig ist, sondern sich auch unsere komplette Produktion nachweislich in einem stetigen Verbesserungsprozess in puncto Umweltschutz auf höchstem Niveau befindet, haben wir alle unsere Standorte nach EMAS zertifizieren lassen.“ 

Kontakt:

Dr.-Ing. Sabina Grund
Initiative Zink im Netzwerk der WVMetalle

Am Bonneshof 5


40474 Düsseldorf



Fon: 0211 47 96 166


Fax: 0211 47 96 25 166



E-Mail: informationen@initiative-zink.de


Internet: www.zink.de