Feuerverzinken (Stückverzinken)

Vor allem, wenn es darum geht, Infrastruktur aufzubauen, auszubauen oder zu erhalten, ist Stahl der unverzichtbare Konstruktionswerkstoff Nr. 1. Brücken, Flughäfen, Schienennetze oder auch Straßenmöblierung wie z.B. Laternenmasten, Schilderbrücken und Schutzplanken werden aus Stahl hergestellt, weil Stahl einzigartige mechanische Eigenschaften hat, weil er kostengünstig und verfügbar ist, weil Stahl recycelt wird und weil seine Ökobilanzen überzeugen.

Aber auch im privaten Haus- und Wohnungsbau wird verzinkter Stahl in wachsendem Maß eingesetzt. Ob Fertighaus oder Massivbauweise: Konstruktive Teile bestehen häufig aus feuerverzinktem Stahl – ebenso wie die vielen kleinen Dinge, die oftmals nur deshalb übersehen werden, weil sie ganz selbstverständlich zu unserer Lebenswelt gehören: Gitter über dem Kellerschacht, Balkongeländer, Außentreppen, Terrassenüberdachungen, Wintergärten, Spielgeräte, Gartenmöbel und vieles mehr.

Eisenbahnbrücke Elbe-Havel-Kanal (Bildquelle Konrad Weiss-fotolia.com)

Verzinkter Gartenzaun (Bildquelle Carola Schubbel-fotolia.com)

Die Technik des Feuerverzinkens

Vor allem dann, wenn Stahl im Außenbereich, also unter Witterungsbedingungen eingesetzt wird, muss er lange und möglichst wartungsfrei vor Korrosion geschützt werden. In all den genannten Bereichen kommt das Feuerverzinken (auch Stückverzinken) zum Einsatz. Dabei werden zu verzinkende Stahlteile in Bädern nasschemisch vorbehandelt. Danach erfolgt das eigentliche Feuerverzinken. Hierbei wird das Verzinkungsgut in eine flüssige, circa 450 °C heiße Zinkschmelze getaucht. Beim Verzinkungsvorgang bildet sich als Folge einer wechselseitigen Diffusion des flüssigen Zinks mit der Stahloberfläche ein Überzug verschiedenartig zusammengesetzter Eisen-Zink-Legierungsschichten. Beim Herausziehen der feuerverzinkten Gegenstände bleibt auf der obersten Legierungsschicht zumeist noch eine Schicht aus reinem Zink haften.

Weiterführende Informationen über die Technik des Feuerverzinkens stellen unsere Mitgliedsunternehmen zur Verfügung:

Voigt & Schweitzer GmbH & Co. KG, Gelsenkirchen

WIEGEL Verwaltung GmbH & Co KG, Nürnberg 

Stahl wird in flüsssiges Zink eingetaucht und erhält so eine schützende Zinkschicht. (Bildquelle Wiegel)

Eigenschaften von feuerverzinktem Stahl

Die DIN EN ISO 1461 „Durch Feuerverzinken auf Stahl aufgebrachte Zinküberzüge (Stückverzinken) – Anforderungen und Prüfungen“ ist das wichtigste Regelwerk für das Feuerverzinken. Die auf den Stahl aufgebrachte Zinkschicht hat eine Dicke von 50 – 150 mm. Durch die Bildung einer Legierung aus Eisen und Zink auf der Stahloberfläche haftet die Zinkschicht auf dem Stahl auch bei mechanischen Belastungen gut an. Feuerverzinkter Stahl ist über viele Jahre wartungsfrei vor Korrosion geschützt. Auch unter extremen Witterungsbedingungen wie z.B. im Offshore-Bereich ist das Feuerverzinken ein geeigneter Korrosionsschutz. Je nach Qualität der Umgebungsluft kann die Schutzdauer zwischen 20 und 100 Jahre oder sogar noch länger betragen.

Nachhaltig und Ressourceneffizient

Feuerverzinkter Stahl hält länger und wird dann nach dem endgültigen Ablauf der Lebensdauer im Stahlwerk recycelt. Dabei wird nicht nur der Stahl wieder gewonnen, sondern auch das anhaftende Zink wieder als Rohstoff für die Zinkgewinnung nutzbarbar gemacht. Auf diese Weise werden wertvolle Ressourcen geschont und es wird weniger CO2 erzeugt.

Da kommt Farbe ins Spiel

Korrosionsschutz ist unverzichtbar, Aussehen ist Geschmackssache. Beim so genannten Duplex-Verfahren wird auf feuerverzinkten Stahl ein farbiger Pulverlack aufgebracht. Dadurch werden Ansprüche an den Korrosionsschutz und an die gewünschte Optik gleichermaßen erfüllt.

Feuerverzinkter Stahl erhält eine farbige Optik durch das Duplex-Verfahren. (Bildquelle Voigt & Schweitzer)

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