Messing – ein moderner Werkstoff für unterschiedlichste Anforderungen

Ob luxuriöse Empfangshallen von Hotels, glänzende Bordinstrumente auf Segelschiffen, Türgriffe zu Hause oder in öffentlichen Gebäuden, ob Armaturen sanitärer Einrichtungen oder stilvolle Lampen, Schmuckwaren, Kunstgegenstände, Beschläge und Scharniere: Messing mit seinen warmen goldgelben bis gelbroten Farbtönen strahlt Eleganz aus und schafft Atmosphäre. Auch in nahezu allen Industriebereichen wird Messing verwendet: Im Maschinen-, Apparate- und Kraftwerksbau wird es für Lager, Ventile, Synchronringe, Rohre, Turbinen und Schaufelräder gebraucht, im Fahrzeugbau für Autokühler und Wärmetauscher, in der Feinmechanik und im Instrumentenbau für Mess-, Steuer- und Regelgeräte und in der Elektrotechnik und Elektronik für Steckverbindungen, Klemmkontakte und Halbleiterverbindungen.

Dass Messing in dieser Bandbreite eingesetzt wird, hat neben wirtschaftlichen Gründen mit den vorteilhaften Werkstoffeigenschaften zu tun: Messing lässt sich durch unterschiedlichste Formgebungsverfahren wie Ziehen, Walzen, Gesenkschmieden, Zerspanen, Gießen, Tiefziehen und Stanzen in nahezu jede Form bringen. Bauteile aus Messing lassen sich untereinander oder mit anderen Werkstoffen hart und weich verlöten, verschrauben, verpressen oder verkleben. Darüber hinaus ist Messing ein ausgezeichneter Wärmeleiter, es ist verschleißarm und sehr korrosionsbeständig.

Gut 160.000 Tonnen Zink für die Messingindustrie

Messing ist eine Legierung aus den Metallen Zink und Kupfer. Die gebräuchlichen Verbindungen haben einen Zinkanteil von 5 bis 45 %. Das Farbspektrum reicht von Goldrot bei hohem Kupferanteil bis Hellgelb bei hohem Zinkanteil, wobei es vor allem dem Zinkanteil zu verdanken ist, dass das Messing über viele Jahre hinweg seine Farbe behält: Kupfer und Zink vermischen sich in der Schmelze optimal und bleiben auch beim Erstarren gleichmäßig ineinander verteilt. Zwar können theoretisch unendlich viele Legierungen zwischen Kupfer und Zink hergestellt werden, doch ist die Zahl in der Praxis auf circa 60 Sorten begrenzt. Damit lassen sich weitgehend alle gewünschten physikalischen, chemischen und technologischen Eigenschaften erzeugen. Allein 2013 gingen laut Metallstatistik der WirtschaftsVereinigung Metalle 25 % des in Deutschland verarbeiteten Zinks in die Messingindustrie – das entspricht gut 160.000 Tonnen Zink.

Doch nicht nur die beiden Grundmetalle sind hervorragend ineinander löslich: Zahlreiche weitere Elemente wie Aluminium, Eisen, Mangan, Nickel, Silizium und Zinn lassen sich der Schmelze hinzufügen, sodass neue Legierungen mit vorteilhaften Eigenschaften entstehen. Messingsorten mit solch gezielten Zusätzen werden als Sondermessing bezeichnet. Diejenigen Sorten, die als dritte Komponente zwecks besserer Zerspanbarkeit kleine Bleianteile enthalten, werden auch als Automaten- oder Zerspanungsmessing bezeichnet.

Messing – und damit auch der Zinkanteil darin – wird heute selbstverständlich recycelt. Messingschrott kommt sowohl in der Kupfer- als auch in der Messingerzeugung zum Einsatz.

Mit steigendem Zinkgehalt im Messing ändert sich der Farbton von Goldrot bis hin zu Hellgelb. Zink sorgt dafür, dass sich die Farbe über viele Jahre hinweg nicht ändert. Bildquelle Gütegemeinschaft Messing-Sanitär e.V.


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