Zinkrecycling

Recyclingmaterialien, also sogenannte Sekundärrohstoffe, aus denen Zink recycelt wird, ergeben sich naturgemäß aus den Haupteinsatzbereichen des Werkstoffs. Über die Hälfte des weltweit erzeugten Zinks wird heute als Korrosionsschutz für Stahl eingesetzt. Zinkdruckguss (13 %), die Verwendung als Legierungselement für Kupfer in der Messingindustrie (10 %) sowie der Einsatz von Zinkblech an Dach, Fassade und in der Dachentwässerung (8 %) sind weitere Anwendungen, aus denen Zink recycelt wird. Damit wird Zink aus den mengenmäßig bedeutendsten Einsatzbereichen recycelt. Zusammen machen diese gut 95 % des weltweit verarbeiteten Zinks aus.

Verfahren

So vielfältig wie die Sekundärrohstoffe sind auch die eingesetzten Verfahren, mit denen das Zink wieder nutzbar gemacht wird.

Stahlschrott mit anhaftender Verzinkungsschicht wird in der Stahlindustrie eingeschmolzen. Bei den dazu erforderlichen hohen Temperaturen verdampft das Zink und wird im Stahlwerksstaub (EAF Dust) abgeschieden. Durch den pyrometallurgischen Wälzprozess wird der Zinkgehalt von 20 bis 30 % des Stahlwerksstaubs in einem sogenannten Wälzoxid auf über 60 % angereichert und so als Sekundärrohstoff in die Zinkindustrie zurückgeführt. Die weitere Verarbeitung zur Zinkgewinnung erfolgt dann in der hydrometallugischen Primärzinkgewinnung (siehe auch hier).

Messingschrotte werden direkt in der Messingindustrie recycelt, metallische Zinkschrotte in den Sekundärzinkschmelzwerken sortiert, geschreddert und zu Sekundärzink und Zinklegierungen verarbeitet. Spezielle Verfahren kommen beim Recycling von Zink aus Rückständen der Zinkverarbeitung zum Einsatz. Daraus werden auch direkt Zinkverbindungen wie zum Beispiel Zinkoxid hergestellt (mehr Informationen gibt es hier).

Zinkblech an Dach und Fasse hält bis zu hundert Jahre und länger. Wird das Haus aber schließlich abgerissen oder umgebaut, ist das Zink wieder ein wertvoller Rohstoff für die Zinkgewinnung. Bildquelle Metallwerk Dinslaken


Grundsätzlich wird auch in der Zinkindustrie zwischen Neu- und Altschrotten unterschieden. Neuschrotte wie Angüsse aus dem Zinkdruckgussbereich oder Verschnitt der Zinkblechherstellung werden vielfach inhouse, also im ganz kurzen Kreislauf, wieder der Wertschöpfungskette zugeführt.

Alt- und Neuschrotte aus Zinkdruckguss werden wieder ein- bzw. umgeschmolzen. Bildquelle Initiative Zink/Klaus Vollrath

Recyclingraten

Recyclingraten sind die Kennzahlen, an denen der Recyclingumfang eines Werkstoffs gemessen wird. Eine hohe Recyclingrate gilt grundsätzlich als gut. Aber Vorsicht: Der Teufel steckt auch hier im Detail. Das Umweltgremium der Vereinten Nationen, das United Nations Environmental Panel (UNEP), gibt in seinem Bericht „Recycling Rates of Metals – a Status Report“ einen systematischen Überblick über gebräuchliche Definitionen für Recyclingraten, die alle sinnvoll, in ihrer Aussage jedoch sehr unterschiedlich sind. Die gebräuchlichsten – der Recyclatanteil und die Verwertungs- oder auch End-of-Life-Recyclingrate – haben für Zink ebenso wie für die anderen Materialien, die im Bausektor verwendet werden, eine große Bedeutung: Der Recyclatanteil weist den Anteil an recyceltem Material im Ausgangsprodukt aus. Mit der Verwertungsrate bezeichnet man den Anteil des Produkts, der nach dem Ende der Lebensdauer in den allgemeinen Wertstoffkreislauf zurückgeführt wird.

Eine geringe Verwertungsrate wäre ein Indiz dafür, dass das entsprechende Material nur zu einem geringen Anteil recycelt wird und dass offenbar viel verlorengeht. Ein geringer Recyclatanteil hingegen sagt aus, dass mehr Material benötigt wird, als an Recyclingmaterial zur Verfügung steht. Eine Aussage über Erfolg oder Misserfolg des Recyclings ist anhand des Recyclatanteils nicht möglich. Ein Recyclatanteil von 15 bis 25 % an der weltweiten Zinkerzeugung erlaubt also die Schlussfolgerung, dass Zinkrecycling die Primärzinkgewinnung sinnvoll ergänzt, sie jedoch nicht vollständig ersetzen kann.

Und wie steht es um den Erfolg des Recyclings in Europa? Weltweit beträgt die Verwertungsrate heute etwa 50 %. In Europa hingegen werden über 60 % des für ein Recycling verfügbaren Zinks auch tatsächlich recycelt – Tendenz steigend. Bei einzelnen Zinkanwendungen liegen die Verwertungsraten deutlich höher: Für Zinkblech beispielsweise geht man wegen des hohen Altmetallwerts und der geringen Verluste von über 95 % aus.

Urban Mining: Steigende End-of-Life Recyclingraten für Zink tragen zur Rohstoffversorgung im Europa der Zukunft bei. Bildquelle IZA






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