Zinkmangel - auch bei Pflanzen ein Problem

Pflanzen, die auf zinkarmen Böden wachsen, weisen Zinkmangelerscheinungen auf. Sie gedeihen nicht, liefern nur geringe Erträge und ihre Früchte enthalten nur sehr geringe Mengen des lebensnotwendigen Spurenelements Zink. Menschen, die bei ihrer Ernährung auf diese Pflanzen angewiesen sind, sind akut von Zinkmangelerkrankungen bedroht.

Satt statt krank

Laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation leiden fast 2 Mrd. Menschen unter Zinkmangel. Mikronährstoffmangel wird als "verdeckter Hunger" bezeichnet. Aktuelle Forschungen belegen, dass durch natürlich angereichertes Saatgut sowie mit Zink angereicherte Dünger Gesundheitsprobleme reduziert werden können.

Vitamin- und Mineralstoffmangel, also auch Zinkmangel, beeinträchtigen die körperliche und geistige Entwicklung bei Kindern, die allgemeine Leistungsfähigkeit sowie das Immunsystem. Zinkmangel im Säuglingsalter führt zu Kleinwüchsigkeit. Die gleichen Auswirkungen lassen sich übrigens auch bei Pflanzen mit zu wenig Zink nachweisen. Vor allem in Ländern, in denen die tägliche Ernährung gerade den (Über-)Lebensbedarf deckt, stellt sich die Herausforderung, diesen Mangel einzudämmen. Verteilaktionen zusätzlicher Vitamin- oder Zinkrationen scheitern oft an der nötigen Logistik, an hohen Kosten und nicht zuletzt an der Erreichbarkeit der Betroffenen.

Eine vielversprechende Alternative ist die natürliche Anreicherung des Saatguts mit Zink. Ein klassisches Beispiel dafür, wie mit Mikronährstoffen angereicherte Nahrungsmittel die Lebensbedingungen verbessern können, ist Jodsalz. Auch hier ging es darum, Krankheitsursachen dadurch zu beheben, dass Salz mit Jod angereichert wurde – und das nicht nur in Drittweltstaaten, sondern auch bei uns. Mittlerweile gibt es schon erste Erfahrungen mit Eisen oder Vitamin A angereicherten Lebensmitteln. Da sich im Falle der natürlichen Anreicherung die Grundnahrungspflanzen selber anreichern, versorgen sie die Menschen quasi automatisch mit den benötigten Mikronährstoffen. Darin liegt ein zusätzlicher ökonomischer Vorteil. Im Gegensatz zu fortwährenden Verteilaktionen stellt die Anreicherung nur eine einmalige "Anstrengung" dar, denn die Pflanzen behalten die Eigenschaft der erhöhten Zinkaufnahme.

Sobald die Pflanzen gezüchtet sind bzw. das Saatgut verteilt ist, ist die natürliche Anreicherung weitestgehend ein "Selbstläufer". Denn die Pflanzen werden nicht nur von Bauern angebaut, wenn sie neues Saatgut erhalten oder sich neues Saatgut kaufen, sondern die Bauern können z.B. auch ein Teil der Ernte aufbewahren, um ihn in der nächsten Saison wieder auszusäen oder um ihn an andere Bauern weiterzugeben, die die Pflanzen dann auch wieder Jahr für Jahr anbauen und das Saatgut weitergeben können. Somit entspringt aus den anfänglichen Kosten für die Entwicklung und Verteilung der Pflanzen im folgenden Jahr für Jahr und Bauer für Bauer ein kontinuierlicher "Nutzenstrom".

Komplettiert werden diese ersten Ansätze durch die Anreicherung von Düngern mit Zink. Zink ist eines der häufigsten Elemente der Erdkruste und an allen wesentlichen Zell- und Wachstumsprozessen beteiligt. Da macht es Sinn, kargen Böden diesen Baustein des Lebens ergänzend zur Verfügung zu stellen.

Übrigens: Zink wird auch handelsüblicher Tiernahrung als Spurenelementträger zugegeben, z.B. als Zinkoxid und Zinksulfat.


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