Ökobilanzen (LCA) und Umweltproduktdeklarationen (EPD)

Wer heute ein Bauteil konstruiert, ein Gebäude plant oder ein Produkt auf den Markt bringen will, kommt um das Thema Nachhaltigkeit nicht herum. Aber wie misst man Nachhaltigkeit? Welche Kriterien machen Nachhaltigkeit aus? Hierbei hilft u. a. Lifecycle-Assessment (LCA). Der bekanntere Begriff ist "Ökobilanz", aber eine LCA geht noch weiter und ist im Ergebnis umfangreicher.

Die Grundlage bildet die DIN EN ISO 14044. Mit diesem "Werkzeug" werden die möglichen Auswirkungen eines Produktes, eines Verfahrens oder einer Tätigkeit auf die Umwelt bewertet - und zwar gerechnet auf den gesamten Lebenszyklus. Zudem werden "Inputs", also z. B. eingesetzte Rohstoffe, Energieaufwand sowie die "Outputs", sprich die Emissionen in Luft, Wasser und Boden, berücksichtigt. Bei Zink, wie auch bei anderen Metallen ist dabei das Recyclingpotenzial von besonderer Bedeutung. Es wird als Gutschrift in der Ökobilanz berücksichtigt.

Auf diese Weise werden alle Lebensphasen eines Produktes von der Herstellung bis zum Recycling analysiert. Anhand der Ergebnisse ist dieses Produkt dann mit anderen vergleichbar.

Umweltproduktdeklarationen liefern die Grundlage um Umwelteigenschaften eines Produktes darzustellen und sind die Datenbasis für eine ökologische Gebäudebewertung. Sie eignen sich auch als Nachweis für Umweltansprüche in der öffentlichen Beschaffung.

Zinc For Life - ein internationales Nachhaltigkeitsprojekt

Ihre Aktivitäten zu Nachhaltigkeitsthemen hat die weltweite Zinkindustrie im Zinc For Life Projekt der International Zinc Association IZA gebündelt. Ziel des Projekts ist unter anderem die Bereitstellung ökobilanzieller Daten zu Zink und seinen Anwendungen.

Der Zinkindustrie gelingt es dadurch, die Nachhaltigkeit von Zink sauber zu dokumentieren. Exakte Daten und detaillierte Informationen sind dabei erforderlich, um Nutzer von Zink in die Lage zu versetzen, Einflüsse und Nutzen von Zink über den gesamten Lebenszyklus hinweg - vom Abbau des Rohmaterials bis zum Recycling nach der Nutzungsphase - zu bewerten.

Ergebnisse des Projekts werden unter anderem in den drei Broschüren bereit gestellt:

Umweltproduktdeklarationen für Zinkblech im Baubereich

Eine Umweltproduktdeklaration (engl. Environmental Product Declaration, kurz EPD) ist eine nach internationalen Normen standardisierte Umweltinformation über ein Produkt. Kern einer EPD ist eine Ökobilanz nach ISO 14040/44 mit Angaben zu den Stoff- und Energieströmen im Herstellprozess sowie den wesentlichen Umweltwirkungen, wie z. B. dem Beitrag eines Produktes zum Treibhauseffekt oder zum Abbau der Ozonschicht.

Für Zinkblech in seiner Anwendung an Dach, Fassade und in der Dachentwässerrung - so genanntes Bauzink - hat das Institut Bauen und Umwelt e.V. mehrere Umweltproduktdeklarationen erstellt und online zugänglich gemacht.

Im Gespräch mit der Initiative Zink erläutert Dr. Burkhart Lehmann, Geschäftsführer des Institut Bauen und Umwelt e. V. (IBU) das Prinzip der EPD und deren Bedeutung für den Baubereich (Link zum Interview).

Umweltproduktdeklaration Feuerverzinken

Die vom Industrieverband Feuerverzinken in Kooperation mit bauforumstahl in Auftrag gegebene Umweltproduktdeklaration, auch Environmental Product Declaration (EPD) genannt, liefert objektive Daten und Fakten über die Auswirkungen der Mitgliedsbetriebe des Industrieverbandes Feuerverzinken und ihrer Produkte auf Mensch und Umwelt. Die Daten der vom Institut für Bauen und Umwelt herausgegebenen EPD belegen, dass feuerverzinkter Stahl auch unter Nachhaltigkeitsaspekten ein optimaler Werkstoff ist.

Seit dem 24. Oktober 2013 gibt es die Umweltproduktdeklaration "Feuerverzinkte Baustähle: Offene Walzprofile und Grobbleche". Sie gilt ausschließlich für die Mitglieder des Industrieverbandes Feuerverzinken

Zinkdruckguss

"Zinkdruckgusslegierungen haben einen niedrigen Schmelzpunkt (ca. 400°C). Der Energiebedarf zum Schmelzen einer Tonne Zinkdruckgusslegierung beträgt 130 kWh und ist damit im Vergleich mit anderen metallischen Gusswerkstoffen sehr gering. Entsprechend niedrig sind deshalb auch die mit dem Schmelzen des Legierungsmetalls verbundenen Emissionen (z.B. CO2)." [Anrew Green, IZA, Director Environment and Sustainability in "Die Casting Engineer" Mai 2009, Seite 56]

Zinkdruckguss zeichnet sich außerdem durch eine hohe Präzision und damit durch endabmessungsnahes Gießen aus. Hierdurch entfallen die sonst üblichen Nachbearbeitungsschritte. Das bedeutet weniger Emissionen und ein geringerer Schrottanfall. Zinkdruckguss ist konform mit den Bestimmungen der RoHS.

Umweltprofil der Zinkerzeugung

Mit dem "Umweltprofil der Primärzinkerzeugung" publizierte der Weltzinkverband IZA Ende 2010 ökobilanzielle Daten zur Zinkerzeugung.

Die englischsprachige Broschüre kann heruntergeladen oder aber bei der Initiative Zink bestellt werden.

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