Haltbarkeit von Zinkprodukten

Ein entscheidender Aspekt für Ressourceneffizienz und Ressourceneffektivität ist die Haltbarkeit. Je länger ein Werkstoff oder ein Bauteil hält, desto effektiver ist die zu seiner Erzeugung eingesetzte Energie genutzt worden. Auch der Aufwand für die Wartung während der so genannten Nutzungsphase spielt in der Beurteilung der Effektivität eine wichtige Rolle. Zinkblech als Material für Bedachungen, Fassaden und in der Dachentwässerung ist seinem optischen Erscheinungsbild und seiner Verarbeitbarkeit vor allem auch für seine lange, wartungsfreie Haltbarkeit bekannt. Verzinken ist das bewährte Standardverfahren, mit dem Stahl vor Korrosion geschützt wird. Zink verlängert die Lebensdauer von Stahlkonstruktionen um ein Vielfaches und leistet so wichtige Beiträge zu einem ebenso effizienten wie auch effektiven Einsatz des Werkstoffs Stahl. 

Lebenslange, wartungsfreie Haltbarkeit von Zinkblech

Zinkblech als Bedachungsmaterial, an Fassaden und in der Dachentwässerung ist wartungsfrei, bietet moderne Gestaltungsmöglichkeiten, in die sich die Gewinnung von Energie aus Sonnenlicht unauffällig und formschön integrieren lässt und hält ein Leben lang.

Aber wie lang ist ein Leben lang? 50, 60 oder sogar 100 Jahre hält der Werkstoff - Daten, die auch durch die überarbeitete Tabelle "Nutzungsdauern von Bauteilen für Lebenszyklusanalysen nach BNB" (BNB: Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen) des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) bestätigt werden: Betrachtungszeitraum:

  • 50 Jahre (die Lebensdauer des Gebäudes)
  • Fassadenbekleidungen aus Bauzink: ≥ 50 Jahre
  • Dachdeckungen und Attika-Abdeckungen: ≥ 50 Jahre
  • Dachentwässerung: ≥ 50 Jahre

Damit halten alle Bauteile aus Zinkblech laut BBSR mindestens so lange wie das Gebäude, ohne ausgetauscht werden zu müssen.

Haltbarkeit: bis zu 200 Jahre

Halten bis zu 200 Jahre lang: Zinkdächer

Tatsächlich beträgt die Lebensdauer von Zinkblech in der Praxis ein Vielfaches, wie viele historische Gebäude belegen. Obgleich Zink in Europa erst zu Beginn des 17. Jahrhunderts als Metall erkannt wurde, fand es rasch Eingang in die heimische Architektur. Schon vor über 150 Jahren hat der Architekt Schinkel mit der Anwendung von Zink bei Abdeckungen, Verwahrungen, Ornamenten und Bedachungen geplant. Historische Gebäude mit Zinkdächern, die viele Jahrzehnte lang wartungsfrei ihre optische und technische Funktion erfüllt haben, bevor sie erneut mit Zink eingedeckt wurden, sind z. B.:

  • Hotel d'Louvre, Paris
  • Hauptpostgebäude Konstanz
  • Meteorologisches Amt, Hamburg
  • Elisenbrunnen, Aachen
  • Prinzregententheater, München
  • Kuppeldach Hotel Belvedere, Davis-Platz
  • Hochschule der bildenden Künste, Dresden
  • Kirche St. Barthelemy in Lüttich
  • Steigenberger Kurhaus Hotel, Den Haag

Auch theoretisch kann die Nutzungsdauer von Zinkblech sogar deutlich über den vom BBSR angegebenen Zeiten liegen: Legt man für die Berechnung der theoretischen Lebensdauer die heutige Luft- und Zinkblechqualität, Korrosions- und Abschwemmrate von Zinkblech und Materialdicke sowie Orientierung des Daches und Dachneigung zugrunde, ergibt sich sogar eine Haltbarkeit von mehr als 200 Jahren (Quelle: dachbaumagazin 12/2012).

Moderne Architekten, die mit Zinkblech arbeiten, sind zum Beispiel Daniel Libeskind und Frank O. Gehry. Sie nutzen die große Bandbreite an Gestaltungsmöglichkeiten gerne dazu, auch außergewöhnliche Dachformen oder spannende Fassaden zu realisieren. Dabei werden zunehmend die Möglichkeiten genutzt, Solarthermiemodule oder Photovoltaik ohne Aufständerung in das Zinkblech zu integrieren.

Robuste Haltbarkeit durch Verzinken

Stahl ist ein wichtiger Konstruktionswerkstoff – zum Beispiel für den Bau und Erhalt von Infrastruktur, im Bauwesen und Automobilbau sowie bei der Erzeugung und Weiterleitung erneuerbarer Energien. Damit Stahl über viele Jahre seine Funktion sicher und mit minimalem Wartungsaufwand erfüllt, muss er zuverlässig vor Korrosion geschützt werden. Über 50 Prozent der weltweiten Zinkproduktion werden für den Schutz von Stahl vor Korrosion durch Verzinken eingesetzt. Klassische Verfahren für Bau, Infrastruktur und Energie sind das Feuerverzinken (Stückverzinken) und das Thermische Spritzen mit Zink. Im Automobilbau wird bandverzinkter Stahl verarbeitet, kleinere Teile wie Radmuttern werden galvanisch verzinkt. Neue Legierungen erweitern das Anwendungsspektrum des Verzinkens derzeit unter anderem im Automobilbau.

Korrosionsschutzsysteme basierend auf einer thermisch gespritzten Zinkoberfläche werden seit Langem erfolgreich eingesetzt – auch bei der Waldschlösschen-Brücke in Dresden. Die Bogenfüße, Rückstreben und V-Stützen wurden aufgrund der möglichen Überflutung spritzverzinkt und dann beschichtet. (Bildquelle: © pureshot – Fotolia.com)

Wiederverwendbarkeit und Reparierfähigkeit

Zinkblech und verzinkter Stahl sind weitgehend wartungsfrei. Die Lebensdauer wird meist von anderen Faktoren begrenzt. Das kann zum Beispiel an einem Haus eine Umbaumaßnahme sein. Wird Zinkblech oder verzinkter Stahl in seiner Funktion nicht mehr benötigt, so werden Zink und Stahl recycelt und wieder als Zink und Stahl genutzt (mehr Informationen).

Gerade für verzinkten Stahl gibt es aber auch die Möglichkeit, sehr alte Stahlbauteile wie zum, Beispiel historische Balkongitter oder Gartentore zu demontieren und erneut zu verzinken. Sehr große Stahlkonstruktionen wir zum Beispiel ganze Brücken können vor Ort durch thermisch aufgespritze Zinkschichten wieder instand gesetzt werden.

Werden Bauteile aus Zinkdruckguss im Maschinenbau eingesetzt, so zeichnen sich diese nicht nur durch die mechanische Belastbarkeit und eine lange Lebensdauer aus – sie tragen oft genug auch dazu bei, dass ein Gerät bei Funktionsstörungen wieder repariert werden kann. Die Initiative Zink hat speziell aus diesem Grund im Zinkdruckgusswettbewerb 2016 ein Getriebegehäuse in der Kategorie Ressourceneffizienz ausgezeichnet.

Ausgezeichnet in der Kategorie „Ressourcen- und Energieeffizienz“ des 6. Zinkdruckgusswettbewerbs der Initiative Zink: Kaspar Lüther GmbH & Co. KG; Getriebekopf als Gehäuse für Elektrowerkzeuge. (Bildquelle: Initiative Zink)

Google Analytics Opt-Out Cookie wurde erfolgreich gesetzt.

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Akzeptiert