Dienstag, den 14. Januar 2014

Initiative Zink ehrt Preisträger des 5. Zinkdruckgusswettbewerbs

Kategorie: Zinkdruckguss, Initiative Zink, Innovationen

Am 13. Januar 2014, dem Eröffnungsabend der EUROGUSS, hieß es anlässlich des Zinkdruckgusswettbewerbs zum fünften Mal „Und die Preisträger sind ...“. Dass die teilnehmenden Unternehmen der Expertenjury die Entscheidung nicht leicht gemacht haben, belegt das Ergebnis: Die Qualität der Gussteile machte eine eindeutige Zuordnung zu den Kategorien „Konstruktion/Gießtechnik“, „Umstellung auf Zinkdruckguss“ und „Oberflächentechnik“ unmöglich. Deshalb wurden unter Berücksichtigung aller Bewertungsaspekte gleich drei Sieger für hervorragende Leistungen bei der Verarbeitung des Werkstoffs Zink im Zinkdruckgussverfahren gekürt. Außerdem entschied sich die Jury, einen Sonderpreis für die Erschließung neuer Zinkdruckguss-Anwendungsfelder zu vergeben.


Bauteile elektronische Steuerung

Bauteile für eine industrielle, elektronische Steuerung zur Montage auf der Hutschiene, eingereicht von der Dipl.-Ing. Siegfried Müller Druckguss Druckgießerei Formen- und Werkzeugbau GmbH & Co. KG, Velbert.

Elektronische Lenkungsverriegelung

Anbindung und Sockel als Hauptelemente einer elektronischen Lenkungsverriegelung der Firma Marquardt GmbH, eingereicht von der DruMeta-Metall GmbH & Co. KG, Velbert.

Getriebegehäuse

Getriebegehäuse für einen Hochdruckreiniger, eingereicht von der Adolf Föhl GmbH + Co KG, Rudersberg

Dentalkamera

Kameragehäuse für den Dentalbereich, eingereicht von der Dipl.-Ing. Siegfried Müller Druckguss Druckgießerei Formen- und Werkzeugbau GmbH & Co. KG, Velbert.

Gleich doppelt freuen konnte sich die Dipl.-Ing. Siegfried Müller Druckguss Druckgießerei Formen- und Werkzeugbau GmbH & Co. KG aus Velbert: Die eingereichten Gussstücke für PC-basierte industrielle Steuerungen auf der Hutschiene erhielten das Prädikat "Sieger" und einem Kameragehäuse für den Dentalbereich wurde der Sonderpreis zugesprochen. Die PC-Gehäuse-Bauteile mussten vielfältige Anforderungen erfüllen: Neben Robustheit beim Handling in industrieller Umgebung und einer hochwertigen Optik zählten eine optimale Wärmeabfuhr und abschirmende Eigenschaften zu den Kriterien, die letztlich für Zink als Werkstoff und Zinkdruckguss als Verfahren ausschlaggebend waren. "Die Bauteile zeichnen sich durch ihre Dünnwandigkeit aus und sind das Ergebnis eines anspruchsvollen Formenbaus, bei dem die langen Schieberwege für die Montageführungen mit den engen Maßvorgaben in Einklang gebracht werden. Diese spezielle Anwendung bietet das Potenzial für eine Serienfertigung nach dem Baukastenprinzip und damit eine großartige Perspektive für die Erschließung dieses Anwendungsbereichs durch Zinkdruckguss", lautet die Begründung der Experten.

Erfolgsfaktoren: hohe Gussqualität, innovativ und zukunftsweisend

Den Ausbau der Einsatzbereiche von Zinkdruckguss in sensiblen Bereichen wie der Medizintechnik würdigt die Expertenjury mit dem Sonderpreis für ein hülsenförmiges Gehäuse einer Kamera, die im Mundinnenraum zum Einsatz kommt. Das Gussteil zeichnet sich in Teilbereichen durch eine dünne Wandstärke von 0,8 Millimetern aus. Die Oberfläche ist matt verchromt und laserbeschriftet. Sie weist einen Touch-free-Effekt auf - das heißt, im Gebrauch werden keine Fingerabdruckspuren sichtbar - und ist gegen Reinigungs- und Sterilisationsmittel widerstandsfähig. In der Vorentwicklung wurde auch die Umsetzung des Kameragehäuses aus Kunststoff untersucht, wegen der gefühlten höheren Wertigkeit erfolgte jedoch die Umstellung auf Zink.

Ebenfalls geehrt wurden eine Anbindung und ein Sockel als Hauptelemente einer elektronischen Lenkungsverriegelung, die von der DruMeta-Metall GmbH & Co. KG, Velbert, eingereicht wurden. Hierbei handelt es sich um Sicherheitsteile aus dem Automotive-Bereich, die durch ihre Materialeigenschaften und komplexe Konturen Funktionen umsetzen, die einen Diebstahlschutz auf höchstem Niveau gewährleisten und gleichzeitig dem anspruchsvollen Standard nach ASIL D für sicherheitsrelevante elektrische/elektronische Systeme in Kraftfahrzeugen im Rahmen der ISO-Norm 26262 genügen. Hans-Helmut Jeschke, Initiative Zink, erklärt: "An den Formenbau dieser Gussteile werden höchste Anforderungen gestellt. Die Anbindung wird spielfrei auf den Sockel geschoben. Dazu ist ein äußerst präziser, endabmessungsnaher und absolut gratfreier Guss erforderlich, denn schon geringste Zinkpartikel stellen eine Kurzschlussgefahr dar. Im Crashfall wird die Anbindung vom Sockel getrennt."

Bewährtes wirtschaftlicher gestalten

Bei einem Getriebegehäuse für einen Hochdruckreiniger der Adolf Föhl GmbH & Co KG zeigte sich die Jury davon beeindruckt, dass bei einem Zinkdruckgussteil aus der laufenden Produktion durch eine konstruktive Überarbeitung bei gleicher Funktion eine Gewichtsreduzierung um 22 Prozent erzielt werden konnte. Neben der Material- und Energieersparnis ist eine zusätzliche Verbesserung der Wirtschaftlichkeit dadurch erreicht worden, dass das Teil statt in einer Zweifach- nun in einer Vierfachform gegossen wird. "Das Gussteil setzt einen sehr anspruchsvollen Formenbau unter Einsatz von Formkernen mit konturnaher Temperierung voraus. Bei dieser Anwendung kommt es nicht nur auf die hohen Festigkeitseigenschaften des Gussteils, sondern auch auf einen öldichten Guss an", erläutert Prof. Dr.-Ing. Lothar H. Kallien von der Hochschule Aalen die Entscheidung der Jury.

Am fünften Zinkdruckgusswettbewerb konnten alle Zinkdruckgießereien aus dem deutschsprachigen Raum mit einem oder mehreren Gussstücken teilnehmen. Grundvoraussetzung war dabei, dass die Teile aus der Produktion der vergangenen 18 Monate stammen. Hauptkriterien für die Prämierung stellten besondere Anforderungen an Konstruktion, Gestaltung, Formenbau, Gießtechnik, Bearbeitung, Oberflächenbehandlung und dekorative Eigenschaften dar. Alternativ handelt es sich um ein herausragendes Gussteil durch eine Neuentwicklung in Zinkdruckguss beziehungsweise durch die Umstellung von anderen Werkstoffen oder Herstellungsverfahren auf Zinkdruckguss.

Expertenjury mit genauem Blick für die Details

"Die eingereichten Zinkdruckgussteile repräsentieren einen Querschnitt durch viele Anwendungsfelder von Zinkdruckguss: Automobilbau, Elektronik, Möbelbeschläge, Spielzeug, Medizintechnik, Haushaltsgeräte und Sanitärbereich. Alle Teile sind von hoher Qualität und es kamen sehr anspruchsvolle Gießtechniken zum Einsatz. Die prämierten Gussteile sind vom Designentwurf bis zur Serienfertigung geprägt von absoluter Zusammenarbeit aller Beteiligten. Dadurch wurden die technologischen und geometrischen Grenzen im Zinkdruckguss voll ausgeschöpft", zeigen sich die Jurymitglieder Hans-Helmut Jeschke und Rafael Lippa von den Ergebnissen des diesjährigen Wettbewerbs beeindruckt.

Die ehrenamtlich tätige Jury wurde wie in den Vorjahren von der Initiative Zink berufen - und erneut konnten namhafte Experten gewonnen werden: Dipl.-Ing. Cesare Troglio, BDG Bundesverband der Deutschen Gießerei-Industrie, Dr. Norbert Hoffmann, Vorsitzender des Fachausschusses Druckguss des BDG, Dipl.-Ing. Franz Josef Wöstmann, Fraunhofer IFAM, Ernst Postel, Vertreter des Reinheitszeichen-Verbands Zink-Druckguss e. V., Didier Rollez, Grillo-Werke AG, Helmut Jeschke, Initiative Zink, und Rafael Lippa, Nordenhamer Zinkhütte GmbH.

 

Kontakt:

Dr.-Ing. Sabina Grund
INITIATIVE ZINK in der WirtschaftsVereinigung Metalle

Am Bonneshof 5
40474 Düsseldorf

Fon: 0211 47 96 166
Fax: 0211 47 96 25 166

E-Mail: informationen@initiative-zink.de
Internet: www.zink.de

 

 

 



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