Donnerstag, den 30. Juli 2015

Verzinkte Oberfläche und Zinkblech nach Cradle to Cradle zertifiziert

Kategorie: Feuerverzinken, Zinkblech, Nachhaltigkeit, Ressourceneffizienz, Rohstoffe, Bauwesen

Knapper werdende Ressourcen, steigende Energiekosten und klimaschädigende Kohlendioxidemissionen: Vor diesem Hintergrund sind innovative Lösungen für die Produktion industrieller Güter mehr denn je gefragt. Das Cradle-to-Cradle-(C2C-)Designkonzept ist hierfür eine grundlegend neue Herangehensweise. Die dahinterstehende Idee: Verbrauchs- und Gebrauchsgüter so zu konzipieren und zu realisieren, dass eine 100-prozentige Rückgewinnung aller verwendeten Materialien möglich ist und einmal geschöpfte Werte für Mensch und Umwelt erhalten bleiben. Weltweit wurden inzwischen über 2.000 Produkte nach C2C-Kriterien designt und produziert – darunter auch eine stückverzinkte Stahloberfläche und Titanzinkblech für den Einsatz an Dach und Fassade.


Das Prinzip von Cradle to Cradle

Bei Cradle to Cradle werden ein biologischer und ein technischer Kreislauf als zwei jeweils in sich geschlossene Prinzipien definiert. (Bildquelle: EPEA)

C2C zertifiziertes Titanzinkblech

Alle im Park 20|20 – ein Gewerbepark bei Amsterdam – eingesetzten Baustoffe müssen die C2C-Kriterien erfüllen. (Bildquelle: RHEINZINK)

C2C zertifizierte, feuerverzinkte Oberfläche

Ressourceneffektivität statt nur -effizienz gemäß C2C stellt die nachhaltige Gestaltung des Feuerverzinkungsprozesses für Oberflächen unter Beweis. (Bildquelle: Voigt & Schweitzer)

Bekannt wurde das C2C-Designkonzept  – zu Deutsch: von der Wiege bis zur Wiege – durch den Gründer der EPEA Internationale Umweltforschung GmbH, Prof. Dr. Michael Braungart, und den Architekten William McDonough. Cradle to Cradle kennt – wie die Natur – keinen Abfall, keinen Verzicht und keine Einschränkungen. Über Kreisläufe werden die richtigen Materialien zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort eingesetzt. Die C2C-Designkonzept steht dabei im direkten Gegensatz zum Modell „Von der Wiege zur Bahre“ (Cradle to Grave), in dem Materialströme oftmals wenig Rücksicht auf Ressourcen nehmen. „Natürlich wird versucht, innerhalb des bisherigen linearen Produktionsprozesses Verbesserungen zu erreichen. Doch trotz Recycling und Abfallreduzierung bleibt es ein System, das nur bis zur Mülltonne denkt und Verschwendung in Kauf nimmt. Entscheidend ist bei Cradle to Cradle deshalb, erst einmal nach Effektivität und erst dann nach Effizienz zu fragen. In diesem Sinne kommt es darauf an, alle Produkte noch einmal neu zu erfinden, sodass sie nützlich und nicht einfach nur weniger schädlich sind“, erklärt Prof. Braungart.

Bei Cradle to Cradle werden ein biologischer und ein technischer Kreislauf als zwei jeweils in sich geschlossene Prinzipien definiert. Die Materialien für Produkte werden den Kreisläufen entnommen und nach der Nutzung wieder in diese zurückgegeben. Die dem biologischen Kreislauf entnommenen organischen Stoffe – beispielsweise kosmetische Produkte oder Verpackungen – kommen in den Kompost. Beim technischen Kreislauf werden sogenannte Gebrauchsgüter, die nach ihrer Nutzung noch intakt sind, durch chemische oder mechanische Prozesse so behandelt, dass man ihre Bestandteile zurückgewinnt und für eine weitere Verwendung nutzbar macht.

Bisher wurden weltweit über 2.000 Produkte nach Cradle-to-Cradle-Kriterien entworfen und produziert – die nachhaltige Gestaltung des Feuerverzinkungsprozesses für duroZINQ-Oberflächen gehört dazu. „Die Wiederverwertung der eingesetzten Stoffe, der entstehenden Zwischenprodukte und des Endprodukts zu fördern, ist wesentlicher Bestandteil unserer Nachhaltigkeitsstrategie“, sagt Dr. Thomas Pinger, bei Voigt & Schweitzer verantwortlich für Nachhaltigkeit und Innovationsmanagement, „deshalb achten wir nicht nur darauf, umweltverträgliche Rohstoffe zu verwenden, sondern haben auch Recycling über alle Prozesse hinweg etabliert.“ So werden die abgearbeiteten Reinigungslösungen sowie die angereicherten Spüllösungen aufbereitet und die eingesetzten Betriebshilfsstoffe für die Traversierung werden wiederverwendet oder kommen in den Altmetallkreislauf. Die am Zinkkessel anfallenden Stoffe wie Zinkasche und Hartzink werden auf einer eigenen Linie in einem Zinkaufbereitungsunternehmen recycelt. Das daraus gewonnene Sekundärzink wird wieder dem Verzinkungsprozess zugeführt. Ebenfalls gesammelt werden die über die Filteranlagen am Verzinkungskessel aufgefangenen zinkreichen Stäube, die dann erneut bei der Flussmittelherstellung eingesetzt werden.

Auch die Produktlinie RHEINZINK-prePATINA ist C2C-zertifiziert. Zu ihren Eigenschaften unter C2C-Aspekten zählt, dass sämtliche während der Herstellung anfallenden Reste dem Produktionsprozess wieder zugeführt werden können, die Menge des eingesetzten Rohmaterials exakt dem Gewicht des Fertigprodukts entspricht und das Titanzink fast vollständig recycelt wird. Zudem hat das Material die Fähigkeit, eine schützende Patina zu bilden, weshalb die Dach- und Fassadenelemente während des gesamten Lebenszyklus keine Reinigung, Pflege oder Wartung benötigen. „Qualität, Umweltfreundlichkeit und Langlebigkeit von Produkten gewinnen zunehmend an Bedeutung, der ökologische Hausbau entwickelt sich zum Standard der nächsten Jahrzehnte. Die Zertifizierung nach den Kriterien von Cradle to Cradle entspricht unserem Anspruch an umweltverträgliches Handeln und dokumentiert, dass unsere Produkte die Anforderungen des nachhaltigen Bauens erfüllen“, beschreibt Dr. Marianne Schönnenbeck, Leiterin der Abteilung Forschung und Entwicklung/Umwelt, den Stellenwert, den das Cradle-to-Cradle-Designkonzept für Rheinzink hat.

 

Kontakt:

Dr.-Ing. Sabina Grund
INITIATIVE ZINK in der WirtschaftsVereinigung Metalle

Am Bonneshof 5
40474 Düsseldorf

Fon: 0211 47 96 166
Fax: 0211 47 96 25 166

E-Mail: informationen@initiative-zink.de
Internet: www.zink.de

 

 



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