Dirk Böttcher, Sprecher der Initiative Zink

 

 

Dirk Böttcher

 

Ergänzend dazu das Interview mit Hern Böttcher als Text:

Was reizt Sie an der Aufgabe als Sprecher der Initiative Zink? Was wird der Schwerpunkt Ihrer Arbeit sein? Welche neuen Ideen wird es geben?

Mit der Initiative Zink wurde eine beispielhafte Unternehmensallianz gegründet, die die Akzeptanz und den Bekanntheitsgrad des Werkstoffs Zink spürbar erhöht hat. Um weiterhin erfolgreich zu sein, ist es für mich wichtig, dass sich die Mitgliedsunternehmen gut durch uns vertreten fühlen und wir gemeinsam an einem Strang ziehen. Entscheidend sind dabei Kriterien wie Transparenz unserer Arbeit nach außen und innen, Kontinuität bei Bewährtem und das Erkennen von Potenzialen. Generell wird es immer wieder neue Aspekte geben, auf die wir reagieren müssen, und besonders zukünftige Einsatzgebiete und Anwendungsbereiche von Zink werden dabei eine große Rolle spielen.

Aktuell beschäftigt uns der Ausbau unseres Informationsangebots im Internet, z.B. auf zink.de, wo wir jetzt u.a. Informationen über Zink in Filmformaten bereitstellen. Während des Messeauftritts der Initiative Zink auf der Bildungsmesse didacta im vergangenen März konnten wir feststellen, dass diese von Lehrern gerne im Fachunterricht genutzt werden.

Wie schätzen Sie die Zukunft von Zink ein?

Zink hat auch langfristig eine positive Zukunft. Bei der Lösung vieler aktueller Fragen und Probleme bieten die Eigenschaften von Zink Antworten, um Verbesserungen zu erreichen und Neues zu entwickeln. Dies wird auch dadurch verdeutlicht, dass in vielen Wirtschaftszweigen derzeit Materialwissenschaftler, Verfahrenstechniker, Umweltökonomen und sogar Biologen und Soziologen damit beschäftigt sind, die besonderen Eigenschaften von Zink in verbesserter Form und in neuen Bereichen zu erforschen, zu testen und das erworbene Wissen in die Praxis umzusetzen. Für kaum ein anderes Material gibt es aktuell so viele neue Anwendungsgebiete – bei gleichzeitig so guten Ökobilanzen.

Wo sehen Sie besondere Innovationen und Zukunftschancen?

Zink ist ein innovativer Werkstoff. Aufgrund seiner spezifischen Eigenschaften bieten sich in vielen Bereichen Zukunftschancen. Ich kann hier nur einige Beispiele ansprechen:
So liegen besondere Zukunftschancen im Bereich der Gewinnung erneuerbarer Energie: Die hierzu eingesetzten Verfahren sind nur dann nachhaltig, wenn sie auch unter extremsten Witterungsbedingungen lange halten. Stahlbauteile an Windrädern insbesondere im Offshore-Bereich und an Solaranlagen müssen daher durch Zink vor Korrosion geschützt werden.
Daneben ist Zinkoxid als Halbleiter für die Gewinnung von Solarenergie geeignet und wird derzeit erforscht.
Im Bereich der Energiespeichersysteme wird an der Entwicklung verbesserter und neuer Einsatzgebiete gearbeitet. Dies betrifft Zink-Pulver in der alkalinen Batterie, aber auch den effizienten Einsatz der Zink-Luft-Batterie für Elektro-Fahrzeuge.
Auch bei den Bemühungen zur Gewichtseinsparung von Automobilen bietet Zink Zukunftspotential, beispielsweise durch den Einsatz von Zinkschäumen oder von Dünnwand-Zinkdruckgussteilen aus speziell entwickelten Legierungen.
Sogar im Bereich Gesundheit wird an vielen neuen Anwendungen geforscht, Beispiele hierfür sind die Anreicherung von Pflanzen mit Zink zum Schutz vor Zinkmangelerkrankungen oder der Einsatz von Zink-Verbindungen zur Gentherapie oder zur Tumor-Behandlung.
Die Liste könnte noch beliebig erweitert werden. Ich glaube es wird aber schon deutlich, dass Zink auch in Zukunft viele Potentiale beinhaltet und einen Beitrag zur Lösung vieler Probleme bietet.

Hat die Zinkbranche eine Zukunft in Deutschland?

Gibt es Wünsche oder Forderungen an die Politik? Die Zinkindustrie ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für den Standort Deutschland und sichert bzw. schafft Arbeitsplätze. Darüber hinaus ist sie Vorraussetzung für den Erhalt ganzer Wertschöpfungsketten und für Innovationen und Zukunftstechnologien. Daher sichert die Zinkindustrie auch in Zukunft in vielen Bereichen die Grundlagen für eine nachhaltige Entwicklung und für die Entstehung zukunftsfähiger Arbeitsplätze am Industriestandort Deutschland.

Rohstoffe

Der freie Handel auf den internationalen Rohstoffmärkten wird durch eine Fülle von Handels- und Wettbewerbsverzerrungen beeinträchtigt. Grundsätzlich ist und bleibt die Rohstoffversorgung eine unternehmerische Aufgabe. Für alle Akteure auf den Rohstoffmärkten müssen aber zumindest annähernd die gleichen Spielregeln gelten. Nur auf einem funktionierenden Markt mit grundsätzlich fairen Handelspraktiken ist eine optimale Allokation der Ressourcen zu wettbewerbsfähigen Preisen möglich. Die internationalen Rohstoffmärkte sind in der Realität heute jedoch vielfach durch Handels- und Wettbewerbshindernisse verzerrt, die zudem häufig staatlicherseits verursacht und gesteuert sind. Staatlich geförderte Unternehmenskonzentrationen sowie protektionistische Maßnahmen führen zu einem strategischen Ungleichgewicht zu Lasten des Marktes und seiner Akteure – und damit zur Notwendigkeit staatlichen Handelns, denn politisch ver­ursachte Probleme können nicht durch die Unternehmen, sondern nur durch die Politik gelöst werden. Wir brauchen daher eine ganzheitliche Rohstoffstrategie für Deutschland und Europa. Ohne eine gesicherte Versorgung mit Rohstoffen ist das Industrieland Deutschland und damit seine Fähigkeit zur Lösung der globalen Herausforderungen nicht wettbewerbsfähig.

Energie

Wettbewerbsfähige Industriestrompreise und der Ausgleich emissionshandels­bedingter Kosten sind zentrale Bausteine für die Zukunft der Zinkindustrie in Deutschland.
Um oben mitspielen und in Deutschland investieren zu können, benötigt die Zinkindustrie wettbewerbsfähige Energiepreise durch die Befrei ung staatlicher Lasten und Umlagen, die Fortsetzung des Spitzenausgleichs bei der Energie- und Stromsteuer über 2012 hinaus und den Verzicht auf eine CO2-Steuer. Außerdem muss die vereinbarte Prüfung der Wettbewerbssitua tion der energieintensiven Industrien und der energiepolitischen Instrumente kommen.
Wichtigste Aufgabe ist die volle Kompensation der CO2-Kosten im Strompreis. Dazu gehören eine nationale Brückenlösung bis 2013 und eine verlässliche Perspektive für die Kompensation der indirekten CO2-Kosten von 2013 bis 2020. Innerhalb des Emissionshandelssystems benötigen vor allem die Recyclingbetriebe eine kostenlose Zuteilung nach fairen Benchmarks.


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